Wissen · Rituale für den Alltag
Duftrituale: kleine Anker für mehr Ruhe im Alltag
Ein Geruch und Du bist sofort wieder in einem Moment Deiner Vergangenheit, z.B. im Sommerurlaub oder Weihnachten.
Gerüche sind eng mit Erinnerungen und Gefühlen verknüpft, was heißt, Du kannst sie bewusst für Dich nutzen: Wenn Du einen Duft immer wieder mit einem bestimmten Moment verbindest, wird er zu einem Signal, was verschiedene Bedeutungen haben kann, z.B. Pause, Feierabend, für einen Abend, der Dir gehört.
Katharina Brökelmann · Wirtschaftspsychologin (M.Sc.) & Coachin
Warum ein Duft als Anker funktioniert
In meinen Begleitungen arbeite ich mit sogenannten Ankern. Ein Anker ist ein Reiz, der mit einem inneren Zustand verknüpft wird. Das kann eine Geste sein, ein Satz, ein Bild, ein Musikstück oder eben ein Duft. Wird der Reiz oft genug mit dem Zustand verbunden, reicht irgendwann der Reiz allein, um Dich daran zu erinnern.
DAS WICHTIGSTE VORAB
Ein Duft verbindet sich mit dem Moment, in dem Du ihn erlebst. Je öfter Du ihn bewusst einsetzt, desto schneller bringt er Dich dorthin zurück.
Entscheidend ist die Wiederholung: das Ritual, das Du jeden Tag gleich machst, und der Moment, den Du Dir dafür nimmst. In meinem Hypnose‒Coaching nutzen wir hin und wieder solche Anker, um den Zustand aus einer Session in den Alltag mitzunehmen.
Drei Duftrituale zum Ausprobieren
Am besten hast Du für jeden Moment einen eigenen Duft, damit die Rituale klar getrennt bleiben.
Morgens · 2 Minuten
Bevor das Handy dran ist
Ein Tropfen Duft auf ein Tuch oder in den Diffuser, drei bewusste Atemzüge, eine Frage: „Was ist heute wirklich wichtig?“
Schreib eine Antwort auf. Fertig.
Feierabend · 3 Minuten
Vom Job nach Hause
Laptop zu und nun ein anderer Duft als morgens. Hier ein Satz für Dich: „Für heute ist es genug.“
Manche machen das auch erst im Auto, bevor sie aussteigen. Wichtig ist, dass es jeden Tag gleich ist.
Abends · 5 Minuten
Der Tag darf enden
Dimm das Licht und wähle einen Duft, den Du lieber abends nutzt. Schreib drei Dinge auf, die heute gut waren.
Jetzt bitte keinen Bildschirm mehr. Es muss nichts mehr erledigt werden.
Weitere alltagstaugliche Ideen findest Du in meinen 10 Wegen, Stress abzubauen.